Grandioses Gipfelglück

Auf die Henne oder auf den Loder, das ist die Frage. Doch bevor wir uns heute für einen der beiden Gipfel entscheiden, wollen wir erst einmal den Anblick des bezaubernden Bergsees genießen, um uns anschließend vor der Schutzhütte zu stärken.

Wir entscheiden uns für den Lodergipfel, rund um die Henne türmen sich gerade dichte Wolken auf. Schon alleine der Weg entlang des naturbelassenen Ufers verzaubert mit magisch schönen Einblicken in diese einzigartige Landschaft. Nicht nur das glasklare Wasser besticht mit seinem faszinierenden Blau, auch das kleine Boot, das sanft am Rande des Sees hin und her wiegt, leuchtet schon von Weitem in dieser Farbe.

Nun wendet sich der Blick nach oben, der Weg führt nach einer Abzweigung ziemlich steil nach rechts, über die sogenannte Seeleitn in Serpentinen den Berg hinauf. Der Aufstieg gestaltet sich abwechslungsreich, begleitet von steinigen und mit Gras bewachsenen Abschnitten. An manchen Stellen braucht man Schwindelfreiheit und Trittsicherheit. An diesem Tag zieht nun der Nebel von der Henne herüber zum Wildseelodergipfel und gibt uns nur wenige Meter Sicht frei. Fast oben angekommen weicht die Enttäuschung einer unbändigen Freude. Gerade als wir das Gipfelkreuz erreichen, setzt sich die Sonne gegen die grauen Schwaden durch und gibt für einige Augenblicke einen grandiosen Panoramablick auf die umliegende Bergwelt frei. Wir sind uns einig: Die Anstrengung hat sich gelohnt. Beim Abstieg wählen wir den schmalen Weg, der sich unweit des Gipfels, fast gerade nach unten schlängelt. Auch diese Mühe ist nicht umsonst. Schon bald eröffnet sich ein einzigartiger Ausblick hinunter auf den Wildseelodersee und hinauf zur Henne. Auch dieser Gipfel hat sich inzwischen vom Nebel befreit und ragt stolz in den Himmel. Kurz bevor wir wieder am Seeufer ankommen, gibt es ein ordentliches Gemecker. Ein Ziegenbock meint wohl seine Herde beschützen zu müssen, springt kurzerhand auf einen Felsbrocken und blickt mahnend auf die vorbeiziehenden Wanderer, die es vorziehen, dem Szenario über die Wiese auszuweichen. Schließlich kommen wir wohlbehalten beim Wildseeloderhaus an und werfen noch einen Blick in die kleine Kapelle am Wegesrand, bevor es wieder zurück ins Tal geht.

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